Urlaub mit dem Rad


Vater und Sohn haben sich vorgenommen, mal einen Urlaub ganz unter uns, ohne Hektik und Stress, ohne auf Benzinpreise achten zu müssen oder womöglich noch mit dem Auto in die Werkstatt zu müssen.
Was lag da näher, als unsere beiden Fahrräder zu nehmen und damit in den Urlaub zu fahren. Da uns dafür aber nur acht Tage zur Verfügung standen, mussten wir uns überlegen, wie wir schnell zu unserem Urlaubsort gelangen konnten. Dies sollte natürlich auch für die Rückreise gelten.
Deshalb ist die Idee entstanden, chronologisch mal aufzuführen, wie wir anfingen, dieses Vorhaben zu realisieren.
Am Ende soll eine kleine Checkliste, jedem der ebenfalls so einen Urlaub plant, bei seinen Vorbereitungen helfen. In den nachfolgenden Ausführungen werden wichtige Hinweise fett markiert sein.

Als Erstes galt es das Ziel unserer Reise und den richtigen Zeitpunkt herauszufinden.
Für uns war klar, wir wollten nach Dänemark, auf die schöne Insel Bornholm.

Bornholm Impressionen
Rundkirche Nylars Johns Kapelle

Dies erschien uns ideal, da wir weder auf drückende Hitze, noch auf Mief und allzu grossen Trubel stehen.
Sicher werdet Ihr jetzt denken, die Beiden wohnen wohl in Berlin. War auch nicht so schwer zu erraten.
Weiterhin wussten wir, dass Bornholm über ein recht gut ausgebautes Radwegenetz verfügt. Und nicht ganz nebenbei, es sollte auch den Geldbeutel etwas schonen.

Wir haben uns im Frühjahr entschieden, ein Ferienhaus in der Nachsaison bei einem uns schon bekannten Anbieter zu mieten.
Im Internet in eine Suchmaschine, Begriffe wie "Dänemark", "Bornholm" und "Urlaub" mit den Anführungszeichen eingeben, dies verfeinert die Ergebnisanzeige.
Ein entsprechendes Ferienhaus war dann auch schnell gefunden.

Bornholm ist eine dänische Ostseeinsel, was das Buchen einer Fähre nötig macht.
Das der Fährhafen Rönne schnell vom Ferienhaus erreichbar sein musste, war für uns klar, da bei der Rückfahrt die Fähre schon um 07:45 Uhr ablegt.
Damit hatten wir die Termine für unseren Urlaub, das genaue Reiseziel und die benötigten Verbindungen, sowohl per Bahn, als auch der Fähre recherchiert.

Nun galt es, alles fest zu vereinbaren, also per Internet zu bestellen.
Zuerst wurde das Ferienhaus angemietet. Dies haben wir per Überweisung bezahlt. Nach Zahlungseingang erhält man eine Reservierungs-Bestätigung. Zuzüglich zum Mietpreis war noch eine Kaution von ca. 150,00 EUR enthalten.
Unsere Erfahrung damit war, dass diese innerhalb von 6 Wochen nach dem Urlaub zurückerstattet wurde.

Jetzt sollten auch die Fährtickets sowohl für die Hin-, als auch für die Rückreise gebucht werden. Gerade in der Hauptsaison sind die Fähren stark nachgefragt, da auch Tages-und Wochenendtouristen dazukommen.
Die Bezahlung kann ebenfalls wieder per Überweisung erfolgen. Per Mail haben wir auch hier die Reservierungsbestätigung bekommen. Nach Eingang des Betrags von 108,00 EUR auf deren Konto, haben wir die Buchungsbestätigung und die zwei Tickets (Hin-und Rückfahrt) als Mailanhang erhalten.

In der Woche vor Reisebeginn haben wir die Bahnverbindung zur Fähre nach Sassnitz und natürlich wieder zurück per Internet rausgesucht. Dabei sind wir auf das Angebot der DB mit dem Ostseeticket gestossen.
Um den Preisvorteil voll auszuschöpfen, haben wir die Karten nicht am Schalter, sondern am Fahrkarten-Automaten der Bahn gekauft. Das kostete insgesamt 72,00 EUR. Für die Räder wurden 2 Fahrradtageskarten für 2 Fahrräder, insgesamt 18,00 EUR, gekauft.
Weitere Infos unter www.bahn.de/ostseeticket.
Am Reisetag war zu beachten, dass im Nahverkehr zum Bahnhof, bei uns die S-Bahn, extra Fahrscheine für die Fahrräder zu lösen waren, was gleichermassen für die Heimreise galt.

Radkarte Bornholm

Für die Internet-Recherche und das Kontaktieren der jeweiligen Anbieter sollte man über eine gültige Email-Adresse verfügen.

Aber bevor es losgehen konnte, waren noch einige Sachen zu erledigen.
So nahmen wir uns erstmal unsere Fahrräder vor. Diese waren auf Strassenverkehrs-Tauglichkeit zu überprüfen.
Dazu gehört, dass die Beleuchtung vorn und hinten funktioniert. Dann wurden Gangschaltung und Bowdenzüge überprüft. Diese einzuölen wäre nicht die schlechteste Idee gewesen.
Wie sich später rausstellen sollte, hätten wir vorher mehrere Radtouren machen sollen, einmal um unsere Kondition zu trainieren und zum Anderen um die Räder zu testen.
Wenn Ihr vorhabt, Euch ein neues Fahrrad zu kaufen, so rate ich dringend dies im Fachhandel zu tun und auch etwas mehr dafür zu investieren, als es im Baumarkt nebenan kosten würde.
Entsprechende Beratung und die insgesamt höhere Qualität der einzelnen Komponenten eines Markenproduktes aus dem Fachhandel machen sich auf jeden Fall bezahlt. Ein Trekkingrad aus dem Fachhandel dürfte also genau das Richtige für solche Touren sein.
Bei meinem vorhandenen Rad (City-Bike) stellte sich später heraus, dass das Anbringen von gut gefüllten Seitentaschen, den Schwerpunkt so ungünstig nach hinten verlagert, dass beim Absteigen das Rad vorne hoch geht.
Leider konnte dies eine angeschaffte Lenkertasche nicht ausgleichen, da sich dessen Schlaufen beim Befüllen der Tasche langsam rauszogen. Sie war einfach nur billig und nutzlos.
Auch hier sollte man unbedingt mehr investieren, dann ist eine stabile Halterung am Lenkrad mit dabei und es kann seinem Zweck entsprechend benutzt werden. Eine solche Tasche hätte mir demnach zwar mindestens 40,00 EUR und nicht bloß 08,00 EUR gekostet. Der große Vorteil, ich hätte diese schön beladen können und die Schwerpunktprobleme mit meinem Rad wären damit gelöst.
Desweiteren stellte sich heraus, dass mein Standardgepäckträger nicht stabil genug ist. Auch diesen werde ich bis zum nächsten Mal auswechsel müssen (ca. 25-30 EUR). Hinzu kommt auch noch die Investion in einen Fahradständer, auch nochmal 20-25 EUR.
Ob man wirklich gute Komponenten an sein Fahrad hat, stellt sich erst bei solch einer Reise heraus.
Ein weiteres Problem bekam Maddi mit seinem Trekkingrad (ein Baumarkt-Fahrrad) gegen Ende der Reise. Das Tretlager fing an knackende Geräusche zu machen.
Auch hier gehe ich von minderer Qualität der verbauten Teile aus, denn das Rad war noch wie neu und kaum benutzt.
Bei den Packtaschen habe ich für unsere beiden Räder Markentaschen gekauft. Diese sind wasserdicht, lassen sich sehr gut packen und verschließen. Reflexstreifen sind ebenfalls dran.
Die Montage und Demontage am Fahrrad funktioniert schnell und einfach. Hat auch wirklich alles gut funktioniert.

Eine nützliche Anschaffung für Maddi's Smartphone war eine entsprechende Halterung, die wir am Lenker anbauen konnten. Entsprechendes Kartenmaterial für unsere Tour haben wir im Internet bekommen.

Als Nächsten war noch für entsprechende, wetterfeste Kleidung zu sorgen.
Da ich dem ganzen Schund, der so verramscht wird, nicht mehr traue, habe ich nicht einfach einen Regenumhang, sondern für uns, zwei höherwertige Wetterjacken gekauft.
Der Berliner würde jetzt sagen: Und das ist auch gut so. Dass war es wirklich, auch hier machte sich Qualität unbedingt bezahlt.

Svaneke Leuchtturm Svaneke Hafen

Für unsere Anreise als Radler war es sehr hilfreich, dies an einem Wochentag zu tun. Der Geldumtausch, das Gepäck erstmal abzuladen und dann die nötigen Besorgungen zu machen, können schon mal zwei Tage in Anspruch nehmen.

Banken haben auch auf Bornholm am Samstag und Sonntag geschlossen. Wie sich später herausstellen sollte, werden hier Umtauschgebühren erhoben. Bei den getesteten Banken, Dansk Bank und Nordea betrugen diese 35,00 Kronen.
Am Hafen in Rönne befindet sich das Novasol-Touristik-Büro. Dies ist Mittoch und Sonntag geschlossen. Die Umtauschgebühr betrug hier nur 25,00 Kronen.
Der Umrechnungskurs beträgt z.Zt. 1:7,34 (Stand 09/2011).

Beim Preisniveau ist zu beachten, dass in Dänemark das Lohnniveau deutlich höher als in Deutschland, vor allem als in Ostdeutschland ist und das die Mehrwertsteuer, dänisch: Moms=25 % beträgt. Wir haben das bei der Planung unserer Reisekasse berücksichtigt.

In den Supermärkten wie Netto, SuperBrugsen oder Dagli' Brugsen einfach, wie in Deutschland auch, Augen auf beim Einkauf. Das Angebot hier ist sehr vielfältig, sodass man nicht noch grossartig Verpflegung mitschleppen muss.

Kleinbildfilme für Fotoapparate am Besten vor Fahrtantritt kaufen. Ansonsten eher in den größeren Städten wie Rönne oder Nexö, erspart zeitraubendes Suchen.

Um Breitband-Internet zu bekommen, haben wir uns in Deutschland per Internet schonmal über diesbezügliche Angebote auf Bornholm informiert.
Was wir brauchten war eigentlich nur eine entsprechende "SIM-Kort inkl. 1 uges Mobilt Bredband".
Und da kam zu diesem Zeitpunkt nur Oister.dk in Frage.
In Rönne war dieses Angebot gar nicht zu bekommen. In einem TDC-Laden am Markt haben Sie uns nur ein Angebot für Ihr Produkt inkl. USB-Stick für 499,00 Kronen machen können. Die Netzabdeckung von TDC ist wahrscheinlich wohl die Beste auf der Insel. TDC ist übrigens die dänische Telekom.
Am nächsten Tag sind wir dann nach Nexö, um vielleicht dort das Oister-Angebot zu bekommen.
Gegenüber vom Hafen, im dortigen "Telekaeden Bornholm" hatten Sie dann auch das "STARTPAKKE" von Oister für eine Woche. Die Bedienung war sehr freundlich und kompetent. Maddi hatte sich mit dem Verkäufer in Englisch ausführlich über das Angebot unterhalten.
Wichtig wäre auch hierbei, dass man die Netzabdeckung, gerade in Bezug auf sein Ferienhaus, in Erfahrung bringt.
Im Nachbarhaus vom Telekaeden-Laden war ein Fotoladen, wo ich dann auch mein Kleinbildfilm bekam, ebenfalls sehr nette und freundliche Bedienung.

Nexø-Telekaeden und Fotoladen Svaneke Røgeri

Noch ein Hinweis zum Nahverkehr der "Bornholms Regionskommune". Wir haben auf jeden Fall nicht schlecht gestaunt, als der Busfahrer uns den Preis für 2 Personen nannte.
Deshalb ist es in den Bussen auf Bornholm auch recht übersichtlich ;-) .
Also besser sich unter www.rejseplaner.dk und www.bat.dk über die jeweilige Route und die Ticketpreise vorher informieren.

Bei Fahrradtouren auf Bornholm unbedingt die Windstärke und die Windrichtung auf seiner Tour mit in Betracht ziehen. Wir haben uns darüber auf TV2-Bornholm in der Sendung "TV2 Vejret" vorher informiert.

Ansonsten gab es sehr viele, schöne Eindrücke, worüber man noch berichten könnte. Da waren die schönen, sonnigen Morgende mit Blick aufs Meer und die morgendlichen Strandspaziergänge.
Das Sonnenlicht, das im Wasser glitzerte. Der schöne blaue Himmel. Der Fischer in seinen kleinen Boot, der seine Netze nach Fischen durchsucht. Das Meer, das je nach Zeit und Wetterlage ganz glatt und ruhig, ein anderes Mal brausend grosse Welle gegen die Mole preschte. Und die Ausflüge, die uns mit dem Rad über Radwege, in Wälder, an Feldern vorbei und an den Küsten entlang führte.
Es gibt eben viel zu entdecken auf Bornholm. Wirklich hilfreich ist es, sich schon vorher im Internet zu informieren.

Dann kann man wie Egon, auch auf Bornholm sagen: "Ich hab einen Plan"


Abschließend kann ich nur sagen, wir hätten nicht soviel mit den Menschen auf der Insel Bornholm und den Besuchern der Insel erlebt, wären wir hier nur mit dem Auto umher gefahren.
Und es war auch bestimmt gesünder für uns und unsere Umwelt.

noch einige Eindrücke von Bornholm



Linkseiten:

www.bornholm.info
www.bornholm.de
www.ferienhaeuser-auf-bornholm.de
www.bornholmerfaergen.dk
www.bahn.de/ostseeticket
www.bat.dk
www.rejseplaner.dk
www.tv2bornholm.d
www.oister.dk
www.netto.dk
www.superbrugsen.dk

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